Intensiv Betreutes Wohnen


In den Gruppen des Intensiv Betreuten Wohnens (IBW) leben Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die erhebliche Probleme mit sich und ihrer Umwelt haben und aus diesem Grund von einer wesentlichen seelischen Behinderung bedroht oder betroffen sind.

Ihre Problemlagen finden sich wieder in den psychiatrischen Diagnosekriterien des ICD 10. Diese Jugendlichen kommen häufig nach stationären Aufenthalten aus Kinder- und Jugendpsychiatrien, nach gescheiterten Hilfemaßnahmen aus anderen Einrichtungen oder auch von zu Hause. Wegen dieser Biografien oder "Karrieren" sind unsere Kinder und Jugendlichen aufgrund zahlreicher Beziehungsabbrüche, Zurückweisungen, Ablehnungen und Misserfolge in ihrem Leben sehr verzweifelt. Misstrauen und Ängstlichkeit gegenüber einem sie in aller Regel ablehnenden sozialen Umfeld finden dann häufig ihren Niederschlag in oppositionell-aggressiven, selbstverletzenden Verhaltensweisen oder auch totalem Rückzug und Selbstisolation.

Allen, für unsere Jugendlichen typischen, Persönlichkeitsstrukturen ist gemeinsam, dass sie dazu führen, eine Annahme und Akzeptanz signalisierende Umgebung abzulehnen und zu bekämpfen, da sie nicht dem von ihnen bisher erfahrenen Schema entspricht.

In engem Zusammenwirken unterschiedlicher Fachdisziplinen (Psychiatrie, Schule, Ausbildungsstätte, Polizei, Justiz etc.) werden für diese Menschen auf der Grundlage eines gruppenpädagogischen alltagsstrukturierenden Angebots individuell zugeschnittene Maß- nahmen mit dem Ziel der Erlangung einer weitest gehenden eigen- verantwortlichen Lebensgestaltung gemeinsam entwickelt und um- gesetzt.

Dies geschieht bei uns seit 1991 in mittlerweile sechs unterschied- lichen Gruppen mit jeweils acht Plätzen in einer Betreuungsdichte von 1:1, Rund-um-die-Uhr-Betreuung mit flexibler Dienstplangestaltung und einem hohen Maß an Eigenverantwortung der Fachkräfte.

Die Zusammenarbeit mit Eltern bzw. Sorgeberechtigten liegt uns ganz besonders am Herzen und hat in unserer Arbeit einen hohen Stellenwert. Neben den, in unserer Leistungsbeschreibung benannten, Kooperationsmodellen bieten wir in besonders "schwierigen" Fällen außerdem die Möglichkeit eines zusätzlichen Angebots in Form einer systemischen Familientherapie.

Die Beschulung erfolgt in der Regel über unsere vereinseigene Julie-Spannagel-Schule (für Erziehungshilfe und Kranke). Nach Überprüf- ung der für einen geregelten Schulbesuch notwendigen Leistungs- und Verhaltensressourcen organisiert und begleitet diese entweder die baldige Integration in eine örtliche allgemeine Schule oder beschult bei entsprechender Indikation unsere Kinder und Jugend- lichen in der Abteilung "Integrative Lerntherapie". Der Schulalltag wird durch pädagogische Fachkräfte aus unseren IBW-Gruppen personell unterstützt, sodass eine enge Verzahnung in der Schnittstelle schul- ischer und sozialpädagogischer Betreuung gewährleistet ist.

Mit Blick auf eine berufliche Perspektive bietet der Standort Marburg viele differenzierte Möglichkeiten. Neben dem vorhandenen 1. Ausbildungs- und Arbeitsmarkt sind hier vor allem StEBB (St. Elisabeth-Verein Berufliche Bildung) sowie verschiedene Reha-Träger zur Vermittlung und Integration seelisch Behinderter in Beschäftigungsmaßnahmen zu nennen.

Zum Ende der pädagogischen Maßnahme im IBW, wenn eine tragfähige Stabilisierung der Persönlichkeit der jungen Menschen und eine schulische oder berufliche Perspektive erschlossen und umgesetzt ist, wird im Rahmen der Hilfeplanung je nach Alter entweder eine begleitete Rückführung in den Haushalt der Sorgeberechtigten oder eine Überleitung in ein Betreuungssystem mit deutlich weniger intensiver Betreuung geplant und realisiert. Hier sind beispielsweise andere Wohngruppen oder auch das Betreute Wohnen zu nennen.

Die ausführlichen Beschreibungen der einzelnen Angebote finden Sie unter "Die Gruppen" auf dieser Seite.

Ansprechpartner

Karl Klefenz
Geschäftsbereichsleiter
Heimbereich VI

St. Elisabeth-Verein e. V. Marburg
Hermann-Jacobsohn-Weg 2
35039 Marburg

Tel.: 06421 1808-47
Fax: 06421 1808-40
k.klefenz(at)elisabeth-verein.de

Marco Schewe

Marco Schewe
Stellvertretende Geschäftsbereichsleitung Heimbereich VI

Tel.: 06421 1808-67
Fax.: 06421 1808-40
m.schewe(at)elisabeth-verein.de

Sandra Hartung

Sandra Hartung
Beraterin und
Familientherapeutin

Tel.: 06421 1808-61
Fax: 06421 1808-40
s.hartung(at)elisabeth-verein.de

Aufnahmeanfrage

Spezielle Konzepte


Obwohl unseren IBW-Gruppen ein nahezu identisches Konzept zugrunde liegt, sind individuelle Ausprägungen bedingt durch das Durchschnittsalter der BewohnerInnen oder auch die räumlichen Gestaltungsmöglichkeiten einer Gruppe sowohl gewünscht als auch vorhanden:

Die IBW Wetter bietet Jugendlichen und jungen Erwachsenen Platz, die an einer psychotischen Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis leiden und im Anschluss an eine klinisch-stationäre Behandlung einen Platz in der Jugendhilfe suchen.

Rechtsgrundlagen


Die Vermittlung erfolgt durch die örtlichen Jugendämter aus dem gesamten Bundesgebiet. Rechtsgrundlage für die Unterbringung sind in aller Regel § 27 in Verb. mit §§ 34, 35a.