Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung

Intensive Hilfen außerhalb der Herkunftsfamilien

Intensive Sozialpädagogische Einzelbetreuung ist das oftmals finale Angebot der Jugendhilfe im Ersatz zu langfristiger geschlossener Unterbringung. Im Vordergrund jeder Maßnahme steht ein exklusives Beziehungsangebot, das Kindern und Jugendlichen mit erheblichen Beziehungsabbrucherfahrungen zur Nachreifung ihrer entwicklungsgestörten Persönlichkeitsstrukturen eine Basis für Weiterentwicklung geben kann.

Da oft das Grundvertrauen in menschliche Beziehungen fehlt und Beziehungsaufbau beängstigend empfunden wird, dazu erschwerend heftige Konflikte und/oder unbefriedigte Bezugswünsche zur Herkunftsfamilie bestehen, steht die (vielleicht erstmalige) positive Erfahrung von Vertrauen in ein Bezugssystem für die Entwicklung von Soziabilität unverzichtbar in der Priorität.

Kann ein Kind oder Jugendlicher zumindest ein konkurrenzfreies Beziehungsangebot annehmen, wird hierüber eine Entwicklung defizitärer Persönlichkeitsanteile möglich. Das Kind leistet zunächst etwas für seinen Betreuer, ist aber noch abhängig von starker Außenstrukturierung und nicht in der Lage, Selbstverantwortung zu übernehmen. Hieraus werden jedoch eine Vielzahl positiver Erfahrungen geschöpft; z.B. Erfolg in der Schule, Anerkennung in der "Peer-group", Wünsche entwickeln und verwirklichen, Entwicklung von Selbstwertgefühl. 

Die Summe und Dauer dieser neuen Erfahrungen werden zunächst Spuren hinterlassen, um nach entsprechend langfristiger Einwirkung zu integrierten Persönlichkeitsanteilen reifen. Zusätzlich bieten wir in Thüringen und Sachsen auch Einzelbetreuungsmaßnahmen an.

Betreuungssettings

  • Lebensgemeinschaft mit dem Betreuer, der Betreuerin, der Betreuungsfamilie

  • Lebensgemeinschaft in der Kleingruppe

  • Ambulante Einzelbetreuung in der Herkunftsfamilie

  • Ambulante Einzelbetreuung im Rahmen des betreuten Wohnens

  • Erlebnispädagogisch ausgestaltete Reise- und Standortprojekte

  • Nachfolgeeinrichtungen von Einzelbetreuung

  • Betreuungsschlüssel 1:1 bis 1:2

  • Beratungssetting: Beratung durch internen Berater, externe Supervision, kollegiale Beratung

Ansprechpartner

Ralf Zimmermann
Geschäftsbereichsleiter Jugendhilfe

Tel: 06421 94842-36 (MR)
Tel: 03695 5547-12 (SLZ)
Fax: 06421 94842-30
r.zimmermann(at)elisabeth-verein.de

Holk Hübscher
Stellvertretender Geschäftsbereichsleiter HB II

Tel.: 06421 94842-37
Mobil: 0151 52624237
h.huebscher(at)elisabeth-verein.de

 

Aufnahmeanfrage

Zielgruppe


Mädchen und Jungen im Rahmen der über das KJHG geregelten Altersgrenze, in der Regel jedoch im Alter zwischen 6 und 21 Jahren:

  • mit erheblichen Verhaltens- und/oder Entwicklungsstörungen
  • mit Lern- und/oder seelischen Behinderungen
  • unter der Bedrohung durch langfristige geschlossene Unterbringung in Kinder- und Jugendpsychiatrien bzw. als Ersatz dafür, wenn nicht aufgrund einer vorliegenden akuten Selbst- oder Fremdgefährdung bzw. eine Suchtmittelabhängigkeit eine geschlossene Unterbringung favorisiert werden muss.


Im Persönlichkeitsprofil intensiv betreuter Kinder und Jugendlicher zeigen sich häufig Parallelen in:

  • den frühen Störungen in ihrer Entwicklung (Säuglings-, Kleinkindalter)
  • erheblichen Traumatisierungen (z.B. Gewalterfahrungen, sexueller Missbrauch, Vernachlässigung, existenzielle Bedrohung)
  • dem endgültigen Verlust verlässlicher Bezugssyteme (Familie, Jugendhilfe)
  • dem häufigen Wechsel von Lebensräumen im Rahmen der Jugendhilfe
  • der Gruppenfähigkeit
  • permanenten Entweichungen und/oder kriminellen Handlungen
  • latente Selbst- und/oder Fremdgefährdungen
  • Drogen- oder Alkoholmissbrauch.


Die Beteiligung der Kinder und Jugendlichen erfolgt im Rahmen unserer Partzipationsangebote. Ihr Schutz wird über ein bereichsspezifisches Präventionskonzept gewährleistet

Prognostisch günstige Entwicklungen können in aller Regel nur hergestellt werden unter der motivierten Grundhandlung der/des Betreuten - der engen Zusammenarbeit aller am Hilfeplan beteiligten Institutionen und Personen, sowie einer Bereitschaft zum Verständnis eines prozesshaften Verlaufes in der Entwicklung von ISPE-Maßnahmen