MPS - Mädchen-Pferde-Schule


ein tiergestütztes, heilpädagogisches Intensivbetreuungskonzept für Mädchen, die Schule verweigern

Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass jedes Kind lernen will,  und auch für schulabstinente Jugendliche ist der Schulabschluss ein Statussymbol. Diese Ressource der Mädchen wollen wir nutzen.

Bei einer allzu großen Häufung verschiedener Problemlagen, bei denen das Symptom der Schulverweigerung nur eines der herausragenden Probleme ist, sind die Grenzen herkömmlicher Gruppenkonzepte schnell erreicht. Diesem Bedarf wollen wir begegnen mit einem Ansatz der geschlechtsbezogenen Pädagogik verbunden mit einem ganzheitlichen Bildungskonzept. In einer Verzahnung von sozial- und heilpädagogischen Elementen mit projektorientiertem Lernen und Beschulung in der Gruppe sollen die Mädchen Zugang zu Ihren Ressourcen gewinnen und mit neuem Selbstvertrauen dem Ziel Schulabschluss entgegen gehen.

Hierfür machen wir uns die Erkenntnis der tiergestützten Pädagogik und Therapie, in erster Linie der Reittherapie, zunutze. Wir verstehen das Tier als Medium eines Zugangs des Mädchens zu sich selbst: Mitgefühl mit dem Tier beinhaltet  die Verbundenheit mit einem anderen Lebewesen, es beinhaltet Verantwortung, Sorge und Beziehung, es beinhaltet die Sorge darum, wie wir miteinander umgehen und miteinander leben - generell die Ehrfurcht vor dem Leben und damit auch die Verantwortung und Sorge für das eigene Leben.  

Durch eine enge Kooperation von Pferdewirtschaft und heilpädagogischen Reiten mit Schulunterricht in Form des Einzel- oder Kleingruppenunterrichts wechseln am Vormittag Phasen körperlicher Betätigung auf dem Reiterhof mit schulischen Lernen in der Gruppe. In enger Zusammenarbeit mit der heimeigenen Julie-Spannagel-Schule wird für jedes Mädchen ein Förderplan erstellt. Davon ausgehend werden subjektiv stimmige Lern- und Bildungsprozesse initiiert, die sich an der Bedürfnis- und Interessenslage der Mädchen orientieren und Anstöße zur Erkundung neuer Lernfelder geben.

Grundlegend sind eine parteiliche wertschätzende Grundhaltung gegenüber jedem einzelnen Mädchen und ein tiefes Verständnis für dessen Problemlage. Die hieraus erwachsenen Verhaltensweisen, die gemeinhin als störende Verhaltensauffälligkeiten zutage treten, werden als überlebenswichtige Handlungsstrategien gedeutet , die auf der Grundlage eines gut regulierten Nähe-Distanz-Verhältnisses zunächst auszuhalten sind. Nun gilt es die Erfahrungen und Lernprozesse zu organisieren, die dem Mädchen verdeutlichen, dass das was einst dem persönlichen Sicherheitsempfinden diente, nicht mehr benötigt wird, sondern hinderlich ist.


Zielgruppe: Mädchen ab 12 Jahren

  • Mädchen in geschlechtsspezifischen Problemlagen, die aufgrund traumatisierender Vorerfahrungen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung und Identitätsfindung beeinträchtigt sind und die zur Bewältigung ihrer traumatisierenden Vorerfahrungen und persönlichen Belastungen intensive Begleitung und Förderung in einem heilpädagogischen Milieu brauchen

  • Mädchen, die neben anderen Symptomen eine zunehmend schulverweigernde Haltung ausgebildet haben und sich nun eine dauerhafte Reintegration in die Schule und einen Schulabschluss wünschen

  • Mädchen, die sich eine Unterbringungsform mit Tierhaltung und tiergestützter Pädagogik wünschen und das Pferd  und den Reitsport als heilpädagogisches Medium nutzen wollen

  • Mädchen, die nur mit Mädchen und weiblichen Betreuungskräften leben wollen

  • Mädchen und junge Frauen, die vorbereitende Hilfe zur Verselbstständigung  benötigen

 

 

Ansprechpartnerin

Alexandra Böth
Bereichsleiterin

Tel.: 06421 1808-37
Fax: 06421 1808-40
a.boeth(at)elisabeth-verein.de