Das Leitthema 2012/13: Was war und wie's weiterging


160 Teilnehmende - Mitarbeitende, Betreute sowie Vertreter des Landkreises Marburg- Biedenkopf, der Stadt Marburg, des Regierungspräsidiums, des Landeswohlfahrtsverbandes  und aus Einrichtungen der Region - waren am 10. Mai bei der Auftaktveranstaltung "grenzenlos..." dabei: Mit dem persönlichen Umgang mit "Grenzen" ist an diesem Tag ein Auseinandersetzungsprozess mit dem Thema "Grenzerfahrungen" in Gang gesetzt worden, bei dem analog zum Leithema 2010/2011 - Partizipation - Projekte entstehen.


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"Grenzen ...": Trilogie zum Abschluss


"Grenzen ...", der Abschluss des Leitthemas 2012/2013 des St. Elisabeth-Vereins wird mit einer Trilogie begangen:

  • "Grenzerfahrungen - biblische-diakonische Impulse" im April 2013

  • "Grenzen des Machbaren - Podiumsdiskussion mit Politikern über das Thema Hilfe"  im August 2013

  • "Grenzerfahrungen - Präsentations- und Aktionstag" am 27. November



    Alles über die Trilogie und dem Leitthema auf dieser Seite.


Grenzerfahrungen - Präsentations- und Aktionstag


Am Mittwoch, 27. November 2013, von 14.30 bis 19.30 Uhr wollen wir im Bürgerhaus von Weimar (Lahn) -Roth mit einem Präsentations- und Aktionstag den dritten Teil der Abschluss-Trilogie zum Leitthema "Grenzen ..." begehen. 

Folgender Ablauf ist dafür vorgesehen:
14.30 Uhr: Begegnung bei Kaffee und Kuchen
15.00 Uhr: Beginn mit Eröffnung, Grußworte, Präsentationen im großen Saal
16.00 bis 18.00 Uhr: Zeit zum Anschauen / Aktionen / Workshops 
18.30 Uhr: Drum-Circle im Plenum
19.30 Uhr: EndeDiese Veranstaltung lebt neben den Begegnungsmöglichkeiten auch von den Aktionen, die eingebracht, und den Projekten zum Thema "Grenzen", die vorgestellt oder präsentiert werden.


"Grenzen des Machbaren" - Diskussion zum Thema: Wie viel Hilfe brauchen wir?

 


Ob in der Kinder- und Jugendhilfe, der Sozialhilfe oder der Altenhilfe: Immer mehr Menschen in Deutschland brauchen Unterstützung. Doch die Hilfesysteme befinden sich im Umbruch oder werden als zu teuer empfunden. "Grenzen des Machbaren": Unter diesem Titel haben wir im August 2013 , im Marburger Cineplex mit sechs Politikern aus der Region sowie der  Diplom-Pädagogin  Sandra  Fendrich, einer Fachfrau in Sachen Jugendhilfestatistik und deren  Analyse, über  das  Thema  "Hilfe" diskutiert.

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Veranstaltungen unterstützen das sich Beschäftigen mit "Grenzen ..."


"Grenzen ...", sie  erleben, achten, respektieren, überwinden, setzen, wahren, verletzen ...: Die Aspekte, Sachverhalte, Inhalte und Fragestellungen zum Leitthema 2012/13 des St. Elisabeth-Verein Marburg sind ebenso vielfältig wie die persönlichen Grenzerfahrungen eines jeden Einzelnen und die Möglichkeiten des sich Befassens mit der Thematik. Nachdem im Mai insgesamt 160 Teilnehmende - Mitarbeitende, Betreute sowie Vertreter des Landkreises Marburg-Biedenkopf, der Stadt Marburg, des Regierungspräsidiums, des Landeswohlfahrtsverbandes sowie aus Einrichtungen der Region - während der Auftaktveranstaltung einen Auseinandersetzungsprozess mit dem Thema "Grenzerfahrungen" in Gang gesetzt haben, beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe damit, wie das Leitthema durch Veranstaltungen begleitet und zusätzlich inspiriert werden kann.

"Achtsamer Umgang mit uns selbst und den uns anvertrauten Menschen", so sind die zwölf Themen der Auftaktveranstaltung als Gesamtthema für eine Veranstaltungsreihe zusammengefasst worden, die von den Geschäftsbereichen des St. Elisabeth-Vereins umgesetzt wird. Von jedem Geschäftsbereich wird dabei dezentral eine Veranstaltung organisiert. Detailthema und Umsetzung sind dabei grenzenlos offen. Die Veranstaltung kann entweder an einen bereits initiierten Grenzprozess andoggen, ein Thema aus dem Themenpool aufgreifen oder ein selbst gewähltes Thema bearbeiten.
Der Themenpool beinhaltet folgende Themenvorschläge:

  • Deeskalationsstrategien
  • Achtsame Kommunikation
  • Künstlerischer Umgang mit dem Thema Grenzen
  • Selbstmanagement
  • Selbstfürsorge/richtig abgrenzen
  • Kontrollverlust
  • Alt werden im Beruf
  • Re-Traumatisierung in der Jugendhilfe
  • Alltägliche Gewalt


Wie Grenzerfahrungen zu Bildern werden


Ausnahmslos alle Menschen werden im Alltag nahezu ständig mit den unterschiedlichsten Grenzerfahrungen konfrontiert. Ein Aus- oder Zurückweichen vor solchen Situationen ist kaum möglich und würde überdies in aller Regel zu keiner befriedigenden Lösung führen. Die Auseinandersetzung mit diesen Erfahrungen scheint hingegen eher unerlässlich. Denn zahllose, auf den ersten Blick so fundamental wirkende Grenzen erweisen sich im wirklichen Leben als recht flexibel: Sie werden gebrochen, verletzt, verstanden, bisweilen zähneknirschend akzeptiert, unterschiedlich interpretiert, überschritten, überwunden, verschoben, eingeengt, in einem Befreiungsakt durchstoßen, in ihrem einschränkenden Charakter schmerzlich erfahren, vielleicht auch zum ersten Mal spontan als solche erkannt etc.

Die Familienbegleitente Wochengruppe Bad Orb entwickelte zu der eingangs dargestellten Problematik ein Fotoprojekt. Betreuer und Betreute arbeiteten gemeinsam in mehreren Schritten an der Umsetzung ihres Vorhabens.

Zunächst galt es zu überlegen, welche Grenzen man kennt, welche unterschiedlichen Arten sich ausmachen lassen und wo sie im Alltag in Erscheinung treten.

Darüber hinaus war es der Gruppe wichtig, genau hinzuschauen, wo die eigenen Grenzen jedes Einzelnen liegen, ob sie respektiert oder verletzt, überschritten, gar ignoriert wurden. Welche Gefühle verbinden sich mit solchen Erfahrungen? Sind Grenzen stets etwas Schlechtes oder können sie auch etwas Gutes bewirken? Welche Möglichkeiten gibt es, sich vor Grenzverletzungen zu schützen oder einengende Grenzen zu überwinden?

Die vielfältigen Überlegungen und die Beschäftigung mit den aufgeworfenen Fragen mündeten schließlich in Ideen für konkrete Motive, die ins Bild gesetzt werden sollten. Gemeinsam wurden die einzelnen Ideen konkret in Szene gesetzt und auf Fotos gebannt.

Ein Teil dieser überzeugend gelungenen Bilder können seit einigen Wochen im Treppenhaus des Elisabethhauses, Hermann-Jacobsohn-Weg 2, 35039 Marburg, betrachtet werden. Eine Besichtigung ist wochentags zwischen 9.00 Uhr und 17.00 Uhr, freitags nur bis 13.00 Uhr möglich. Willkommen im bildlichen Dickicht der Grenzen!

Übrigens: Die diese Zeilen ergänzenden Bildausschnitte sind bewusst ohne Titel oder Kommentierung versehen. Sollte ihr Betrachten zum Besuch der kleinen Ausstellung animieren, so könnte sich die eine oder andere überraschende Diskrepanz zwischen der sich hier vollziehenden Wahrnehmung und den in der Ausstellung gebotenen Interpretationen, vermittelt über Titel und Kommentar der beteiligten Kinder und Jugendlichen, ergeben. Der angesprochene Verzicht dient also dem Offenhalten einer möglichen Erfahrung, die sich vielleicht auch als Grenzerfahrung offenbart.