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Professionell mit Kindern zu Hause arbeiten

Verfasst am: 14.10.2019

In VerBindungen – Beziehungen gestalten: Über die Bedeutung der familienintegrativen Arbeit...

Lachen, Toben, Lernen, Spaß haben oder einfach Quatsch machen, Kräfte messen – und dies gemeinsam mit anderen: Dies alles, was fast alle Kinder dieser Welt wollen, haben 20 von den familienintegrativen Lebensgemeinschaften betreute Kinder gemeinsam mit 7 pädagogischen Fachkräften in besonderer Weise erlebt – während einer Freizeit Mitte September in Kirchvers.

„Für die Kinder unseres Bereiches ist ein Angebot entstanden, bei dem sie gemeinsam mit anderen Kindern in ähnlicher Situation Normalität beim Aufwachsen erleben können“, beschreibt Fachberaterin Bettina Meyerding die Arbeit und die Bedeutung solcher Wochenenden wie in Kirchvers. Sie begegnen anderen Kindern, die in ähnlicher Situation mit „zwei Elternhäusern“ leben und dieses Schicksal mit ihnen teilen – eventuell sogar belastende Erlebnisse aus ihren früheren Leben. So können sie erfahren, dass sie mit ihrer trotzdem immer wieder vorhandenen Sehnsucht nach zu Hause, nach Mama und Papa, nicht ganz alleine sind.

Wachsen, manchmal klein sein dürfen, weiter wachsen, groß werden: Alles, was das Großwerden ausmacht, erleben die Kinder und Jugendlichen in dem seit Jahrzehnten bewährten Betreuungsangebot der Lebensgemeinschaft mit pädagogischen Fachkräften. Familienintegrative Gruppen werden diese Lebensgemeinschaften genannt, bei denen pädagogische Fachkräfte professionell im häuslichen Umfeld mit den Kindern leben und arbeiten – als Ergänzungs- oder Ersatzfamilie.

Familienintegrativen Lebensgemeinschaften kommt in der Kinder- und Jugendhilfe eine wichtige Bedeutung zu, gerade weil sich gesellschaftliche Strukturen verändern, professionelle Betreuung die herkömmliche Familie ergänzt oder gar ersetzt, das familiäre Miteinander aber nach wie vor eine wichtige Rolle für alle Beteiligten besitzt. Der St. Elisabeth-Verein bietet dies mit seinen familienintegrativen Wohngruppen an.

Bevor die pädagogischen Fachkräfte Kinder zu Hause aufnehmen, erleben sie – fast wie in einer Schwangerschaft – die Zeit bis zur Ankunft des Pflegekindes. Nach der ersten Kontaktaufnahme finden viele vorbereitende Gespräche mit den Beteiligten des St. Elisabeth-Vereins und im späteren Prozess mit den unterstützenden Ämtern statt. Und nur, wenn alle Mitglieder der aufnehmenden Familie „Ja“ sagen, wird eine familienintegrative Lebensgemeinschaft daraus. Entsteht hierbei eine gute Übereinstimmung mit der Fachberatung, kann familienintegrative Arbeit mit einem oder mehreren Kindern eine langfristige und befriedigende Berufs- und Lebensperspektive sein, für viele eben auch bis zum Renteneintritt oder darüber hinaus.

Um diese Fachkräfte bestmöglich zu unterstützen – und damit den Verbleib und das gute Aufwachsen der Kinder zu sichern – versorgt der St. Elisabeth-Verein diese Kolleginnen und Kollegen mit finanzieller Absicherung (Gehalt oder Honorar, Miete und kindbezogene Leistungen), regelmäßiger und bedarfsorientierter Fachberatung, externer Supervision, kollegialen Treffen und bereichsinternen Fortbildungen. Vertretungsdienste in Urlaubs- und Krankheitszeiten werden übernommen.

„Ein langes Leben der Kinder in Familien und die Arbeit der Fachkräfte vor Ort sind die Erfolgsgaranten der familienintegrativen Arbeit“, erklärt Holk Hübscher, Geschäftsbereichsleiter für die familienintegrativen Lebensgemeinschaften beim St. Elisabeth-Verein Marburg. Die Familie würde für Kinder noch immer eine wichtige Erfahrungsumwelt darstellen. Nicht nur für ihn ist erwiesen: „Wer in einer Familie groß wird, hat im späteren Leben bessere Chancen.“

Falls Sie professionell mit Kindern zu Hause arbeiten möchten:

Kontakt aufnehmen über Telefon 06421 – 94842 34 oder per Mail:
integrativ(at)elisabeth-verein.de

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