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Elektromobilität nimmt Fahrt auf

Verfasst am: 25.06.2020

Gegen Ende 2018 wurde der St. Elisabeth-Verein mit dem Programm...

Gegen Ende 2018 wurde der St. Elisabeth-Verein mit dem Programm Klimaschutz im Alltag (KiA) als eines von deutschlandweit nur neun Projekten in ein Förderprogramm des Bundes-Umweltministeriums aufgenommen. Ziel von KiA ist es, nachhaltige Ideen und Modelle für den Klimaschutz im Alltag zu entwickeln. Der Fokus liegt hierbei insbesondere auf den drei Handlungsfeldern Mobilität, Konsum und Ernährung.

Im Bereich Mobilität kommt beim St. Elisabeth-Verein jetzt mächtig was ins Rollen! Drei elektrische Leasing-Fahrzeuge befinden sich bereits im Fuhrpark des St. Elisabeth-Vereins und weitere werden in den nächsten Wochen folgen. Dies geschieht im Rahmen eines vom Land Hessen geförderten Modellprojektes, das ein Fördervolumen von 500.000 Euro umfasst. Als innovatives Pilotprojekt mit Vorbildcharakter wird es von der Arbeitsgruppe Regionalforschung am Fachbereich Geographie der Philipps-Universität Marburg mit einer umfangreichen Dokumentation, Analyse und Evaluation wissenschaftlich begleitet.

Es ist nicht einfach nur vorgesehen, nach und nach Elektrofahrzeuge in den Fuhrpark zu integrieren und eine Lade-Infrastruktur zu installieren, sondern auch wissenschaftlich begleitet zu analysieren und unter realen Bedingungen zu erproben, wo der Einsatz von Elektrofahrzeugen Sinn ergibt. Zudem soll ein modernes Fuhrparkmanagementsystem etabliert werden. Die Vision ist, zukünftig auch Fahrzeug-Pools zu bilden und somit ein flexibles Buchungssystem zu entwickeln, das sich nicht mehr ausschließlich an Abteilungen und Geschäftsbereichen orientiert. So können die vorhandenen Fahrzeuge effizienter genutzt, Standzeiten verringert und ökonomische sowie ökologische Potentiale besser genutzt werden. Aus Sicht der Nutzer und Nutzerinnen würde dies bedeuten, dass umfassendere und flexiblere Buchungsmöglichkeiten in einem anwenderfreundlichen System geschaffen werden. Weiter in die Zukunft gedacht, könnte der Fuhrpark der Zukunft sowie die Lade-Infrastruktur auch für private Zwecke der Mitarbeitenden geöffnet werden und in einem letzten Schritt sogar in Teilen als öffentliches Car-Sharing ausgebaut werden.

Neben der geplanten Digitalisierung wird es an anderer Stelle bereits ganz konkret: Am WABL-Standort in Cölbe wurden Kabeltrassen verlegt, die die insgesamt sechs Ladesäulen speisen werden. Die ersten vier Säulen für Autos sowie eine weitere für Pedelecs werden von Simone Werkmeister und Michael Nass bis zum Herbst fertiggestellt sein, zwei weitere werden im Jahr 2021 folgen. Jede Säule bietet Lademöglichkeiten für zwei Fahrzeuge mit jeweils 22 kW Leistung, sodass ein schnelles elektrisches Betanken gewährleistet ist. Auch am Standort in Schönstadt, wo bereits zwei E-Fahrzeuge stationiert sind, werden Lademöglichkeiten sowohl für Fahrräder als auch für PKW geschaffen.
Am Elisabeth-Haus, dem Stammsitz, gibt es ebenfalls konkrete Planungen. Dort werden zukünftig mehrere Pool-Fahrzeuge verfügbar sein, für die auch zwei Ladesäulen mit jeweils zwei Ladepunkten installiert werden. Die zentrale Lage erlaubt es, dann sowohl eigene, im Stadtgebiet stationierte, als auch Besucher-Fahrzeuge zu laden. Aus dem Projekt „Klimaschutz im Alltag“ entstand das Projekt zur Elektromobilität, für dessen Umsetzung ein eigenes Projekt-Team zuständig ist. Dieses besteht aus: Michael Nass (Strategische Beratung), Manfred Günther (Strategische Beratung), Jost Kisslinger (Projektmanagement), Martin Becker (Projektmanagement) und Frauke Pontow (Projektmanagement).
Der Umfang der Planung macht es zudem nötig, weitere Fördermittel zur Sicherstellung der Finanzierung zu erschließen, da ein solches Projekt ohne Fördermittel für den St. Elisabeth-Verein als gemeinnützige Einrichtung nicht realisierbar wäre. Daher wurde bereits beim Bundes-Umweltministerium eine zusätzliche Förderung im mittleren sechsstelligen Bereich beantragt.
„Als sozial-diakonische, gemeinnützige Einrichtung gilt es, mit gutem Beispiel voranzugehen und Modelle für den Klimaschutz im Alltag zu entwickeln, die als Leuchtturmprojekte in die Zukunft weisen“, zeigt sich Michael Nass, Projektkoordinator KiA, von der Idee überzeugt. „Es geht darum, sowohl die ökologischen als auch die ökonomischen Potentiale positiv zu nutzen und so bei der Mobilitätswende voran zu gehen.“

Insgesamt soll ein möglichst sinnvoller Anteil an Fahrzeugen mit alternativem Antrieb sowie bis zu 34 Ladesäulen an 13 Standorten umgesetzt werden. Mit diesem elektrischen Fuhrpark sollen in der Zukunft die unterschiedlichsten Nutzungszwecke abgedeckt werden. Diese reichen vom Kleinwagen über Großraum-PKW bis hin zu Liefer- und Monteurfahrzeugen. Für den auf unserem WABL-Gelände in Cölbe derzeit noch in Form einer Projektskizze angedachten Regionalladen ist sogar ein e-mobiler Marktwagen als Lebensmittellieferservice in die Planungen mitinbegriffen. Da auf dem Markt aktuell kein Elektro-Marktwagen angeboten wird, müsste die Plattform eines Transporters erworben und individuell in einen mobilen Marktstand umgerüstet werden.
Die Besonderheit des Projektes liegt darin, die unterschiedlichen Bedarfe, die sich aus den verschiedenen Geschäftsfeldern der Verbundpartner ergeben, intelligent abzudecken. Durch die Arbeit in der gemeinnützigen Sozialwirtschaft des St. Elisabeth-Vereins bis zur gewerblichen, vorwiegend handwerklichen Tätigkeit der St. Elisabeth Dienstleistungen GmbH sind Synergieeffekte zu erwarten, die bisher in der gängigen Fuhrparkstruktur und der Orientierung an Abteilungen oder Geschäftsbereichen so noch nicht beobachtet wurden.

Hier zur pdf des gesamten Grünen Faden 72 mit noch mehr Artikeln zum Klimaschutz im Alltag: Grüner Faden Juni 2020